Die Geisterbeschwörung von der Senftenau

 

In der Wasserburg Senftenau treibt einer Sage nach seit vielen Jahrhunderten ein unheimliches Gespenst sein Unwesen um einen Schatz zu hüten. Diesen Umstand wollte sich ein gerissener Schweizer namens Lorenz Halder zu Nutze machen. Er überredete vier brave Lindauer Bürger im Landgasthaus "Sporen" in der Nähe des heutigen Bahnüberganges Bregenzer Straße, mit ihm den Geist der Senftenau zu beschwören. Dieser müsse für seine Sünden auf Erden herumwandeln und einen großen Schatz hüten, bis er von ein paar tapferen Recken erlöst werde. Einem Komplizen warf Halder mit ein paar Anweisungen ein Laken über und machte sich mit den vier Lindauern auf den Weg zur Senftenau. Er nahm außerdem eine brennende Laterne, eine Sanduhr, eine Kanne Wein, Tinte, eine Schreibfeder, Papier, drei Stück Rasen aus dem Tierfriedhof, Wasser und ein Wasserbecken mit. Auf einem Tisch bei der Senftenau legte er die Gegenstände bereit und murmelte eine Beschwörung. Mit einem Kruzifix und einem Gebetsbuch in der Hand sprach er huldvolle Segensworte und betete in Latein und Deutsch. Er bekreuzigte seine Begleiter und fuhr mit der Beschwörung fort. Auf einmal kam eine unheimliche Geistergestalt  vom Burgtor gelaufen und schrie mit laut polternder und unheimlicher Stimme, dass er nur dann erlöst sei, wenn ihm die Männer ein Menschenopfer oder 200 Gulden darbrachten. Mit Getöse verschwand der Geist daraufhin wieder. Die vier Männer aber waren so verängstigt, dass sie schleunigst das Weite suchten und sich nie wieder blicken ließen. Auch der listige Lorenz Halder verschwand, war er sich doch nicht ganz sicher, wer der Geist tatsächlich war, sein Komplize oder etwa doch nicht? Der Schatz der Senftenau wurde jedenfalls bis heute nicht gefunden....  der Geist muss demnach noch heute zu dessen Schutze sein Unwesen treiben!!! Also hüte dich, nach dem Schatz zu suchen, denn wer weiß…!